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  • 25.11.2019

SCHWELLENLÄNDER: DIE SCHWIERIGE SUCHE NACH DER BALANCE

Den richtigen Weg zwischen expansiver Geldpolitik der Zentralbanken und einem unsicheren geopolitischen Gesamtszenario zu finden, ist aktuell eine große Herausforderung für die Märkte der Schwellenländer. Yerlan Syzdykov, Global Head of Emerging Markets bei Amundi erklärt, worauf es bei Investments in Anleihen und Aktien jetzt ankommt:

 "Wir sind nach wie vor der Meinung, dass es im Vorfeld der Präsidentschaftswahl in den USA bis Ende dieses Jahres ein Handelsabkommen mit China geben wird – und das trotz der erneut aufgeflammten Spannungen im Handelsstreit zwischen den beiden Ländern.  

Schwellenländer-Anleihen mit Renditechancen

Vor diesem Hintergrund sind Schwellenländer-Anleihen immer noch eine attraktive Wahl für Investoren auf der Suche nach Rendite. Insbesondere, weil die Zentralbanken weltweit ihre Geldpolitik wieder expansiver ausrichten – entsprechend dem Vorbild der Fed und der EZB. Nach einer starken Performance im ersten Halbjahr kommt es jetzt darauf an, eine sorgsame Auswahl zu treffen und dabei die Schwachstellen genau wie die Stärken eines jeden Landes zu analysieren. Staatsanleihen und Unternehmensanleihen sind interessant, wenn sie bei einem günstigen Ausfallrisiko eine attraktivere Rendite bieten als Industrieländertitel. Hier zwei Beispiele für von uns bevorzugte Länder:

  • Brasilien überrascht positiv mit einem wichtigen Schritt bei der Rentenreform. Bevorzugte Sektoren: Finanzen, Nahrungsmittel, Energie, Versorgungsunternehmen.
  • Ukraine punktet mit attraktiven Renditen und profitiert von der starken Unterstützung durch den IWF. Bevorzugte Sektoren: Konsumgüter, Metalle und Bergbau.

Ausblick für Aktienmärkte wechselhaft

Schwellenländer-Aktien waren in den letzten zwölf Monaten Opfer der Handelsspannungen, ihre Gewinnaussichten bleiben insgesamt durchwachsen. Zwar sind die Bewertungen attraktiv, aber Investoren ziehen Kapital ab. Nur im Falle eines positiven Ergebnisses der Handelsverhandlungen erwarten wir ein Wiederaufleben des Anlegerinteresses. Im Gegenteil, eine weitere Eskalation könnte zu weiterem Druck auf diese Asset-Klasse führen. Die bereits bestehenden Zölle belasten die Unternehmensgewinne, wobei die Perspektiven von Region zu Region unterschiedlich sind: Einige Länder profitieren sogar von einer Umstrukturierung der globalen Wirtschaft. Anleger sollten auf gute Fundamentaldaten, interessante Dividendenrenditen und verbesserte Unternehmensführung achten. Aktuell bevorzugen wir Titel aus weniger anfälligen Ländern mit einem robusten Binnenwachstum und Fortschritten bei Strukturreformen, beispielsweise:

  • Russland: Hier finden wir Unternehmen mit attraktiver Dividendenrendite. Der Ölpreis und die Wirtschaftspolitik können das Wachstum weiter ankurbeln. Bevorzugte Sektoren: Technologieunternehmen und Banken.
  • Indien: Die politische Stabilität ermöglicht die Umsetzung von Reformen. Finanztitel könnten interessant sein.

Eine geringere Liquidität im Sommer zusammen mit zunehmenden geopolitischen Unsicherheiten könnte die Märkte ausbremsen. Aus unserer Sicht bietet ein solches Szenario für mittelfristig agierende Anleger aber eine Chance, ihre Schwellenländer-Investments stärker auszubauen.“

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