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  • 25.11.2019

POLITIKDRAMA IN ITALIEN – WAS FOLGT ALS NÄCHSTES?

Nach dem Rücktritt von Guiseppe Conti gibt nun drei mögliche Szenarien für Italien, erläutertMatteo Germano, Head of Multi-Asset und CIO Italien bei Amundi:

"Die politische Situation in Italien stellt eine Herausforderung für die Staats- und Regierungschefs der EU und insbesondere für diejenigen in der Eurozone dar. Der stellvertretende Premierminister Matteo Salvini hat die Unterstützung seiner Partei für die Koalitionsregierung unter der Leitung von Premierminister Giuseppe Conte zurückgezogen und ein Misstrauensvotum gegen den Premierminister (PM) und anschließende schnelle Neuwahlen gefordert. Am 20. August trat PM Conte zurück. Präsident Sergio Mattarella wird nun unseres Erachtens drei Optionen abwägen:

1. Option: Beratungen mit den politischen Parteien, um eine neue Regierung zu bilden - mit den gleichen oder neuen Kräften der aktuellen Koalition

2. Option: Ernennung einer geschäftsführenden Regierung

3. Option: Neuwahlen

Auf die Märkte kommen spannende Zeiten zu – die wichtigsten Daten im Überblick:

20. August: PM Giuseppe Conte trat zurück

26. August: Frist für die Ernennung des italienischen EU-Kommissars

6. September: Moody's Ratingüberprüfung

Mitte September: Erster Gesetzentwurf zum Haushaltsplan, der dem Parlament vorgelegt wird.

27. September: Beginn des Überprüfungsprozesses des italienischen Haushaltsgesetzes

 

Ab 20. Oktober: Frühestes Datum für Neuwahlen

25. Oktober: S&P Global Überprüfung des Ratings

Bis 31. Dezember: Genehmigung des Haushaltsgesetzes

Unsere Einschätzung der aktuellen Lage:

  • Die Krise fällt in ein sich verschlechterndes wirtschaftliches Umfeld für Italien und die Eurozone. Wie lange sie andauern wird und welche Auswirkungen sie auf die Wirtschaft hat, ist noch nicht absehbar.
  • Vieles wird davon abhängen, welches der möglichen Szenarien in den kommenden Wochen Realität wird.
  • Die Vorbereitung und Verabschiedung des Haushaltsgesetzes sind von zentraler Bedeutung, ebenso wie die Vermeidung der Mehrwertsteuererhöhung.
  • Der Druck auf eine schnelle Lösung erhöht sich, um die italienischen öffentlichen Finanzen zu schützen.
  • Wir glauben, dass die Risiken einer Ansteckung auf andere Peripherieländer aktuell begrenzt sind, insbesondere dank der Unterstützung der EZB, die wohl im September das nächste geldpolitische Paket schnüren wird.
  • Blicken wir auf die italienischen Vermögenswerte. Die politische Krise hat Einfluss auf die Risikoprämie. Bezüglich der risikoadjustierten Rendite könnten die italienischen Staatsanleihen besser abschneiden als Aktien, wenn sich die politische Krise verschärft oder bis 2020 verlängert. Angesichts des jüngsten allgemeinen Rückgangs der Anleiherenditen auf breiter Front glauben wir, dass die Jagd nach Renditen das Interesse der Anleger an italienischen Anleihen unverändert aufrechterhalten wird.“ 

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